CLT2k5 NoSoftwarePatents

Aus C3D2
Version vom 05:02, 27. Nov 2006; Nulli (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wir brauchen einen kurzen, witzigen und knackigen Text für die Unterschriftensammlung gegen Softwarepatente. Auf dieser Seite soll er entstehen! ASAP



Alien8's Version:

***Begin***

Sehr geehrtes Mitglied des Europarates, sehr geehrtes Mitglied des Europaparlamentes, sehr geehrte(r) Volksvertreter(in),

als Besucher der Chemnitzer Linuxtage habe ich mich mit den anstehenden Entscheidungen über Softwarepatente auseinander gesetzt. Hier sind viele Softwareentwickler, Studenten, Schüler, Unternehmer, Selbstständige, IT-Administratoren oder einfach nur Computeranwender aus allen Schichten unserer Bevölkerung. Und wissen Sie was? Keinem ist der Sinn der "Softwarepatent-Richtlinie", wie sie der EU-Rat beschließen will, klar.

Deshalb hatte das gewählte EU Parlament sinnvolle Erweiterungen am ganz ursprünglichen Entwurf nach Konsultation mit allen Interessengruppen beschlossen. Sehr viele Organisationen und Regierungen stehen in einer Linie für die Erhaltung der Softwareindustrie in Europa ein. Bei uns in Deutschland wurde der interfraktionelle Antrag gegen Softwarepatente einstimmig angenommen. Und wann ist sich schon mal der Bundestag einig?

Wir bitten Sie als unsere Vertreter, diese Meinung - die Meinung von uns allen - zu verteidigen. Vielen Dank!

Sagen sie dem EU-Kommissar Charlie McCreevy, wir trinken etwas mehr Guinness, dann muss er sich nicht weiter von seinem Kumpel aus Redmond/USA umher kommandieren lassen. Auch Firmen wie Monopolsoft wird ein bunter Wettbewerb helfen, innovative, stabile und sichere Software zu entwickeln. Oder funktioniert Ihr Computer so, wie sie sich das wünschen?

Sagen Sie Ja zu Europa! Sagen Sie Ja zu Fortschritt und Innovation! Sagen Sie Ja zu Arbeitsplätzen in Europa! Sagen Sie Ja zum Neustart des Gesetzgebungsverfahrens!

***End***

--Alien8 01:28, 4. Mär 2005 (CET)
(Ein paar Typos korrigiert: --Benutzer:Neismark 10:28, 4. Mär 2005 (CET))
(Erweitert, Bindewörter entfernt, Klammern entfernt: ----M3x 10:56, 4. Mär 2005 (CET))
(Hab mal versucht, die geänderten Dinge zu mergen und habe das wieder aktiviert, was mir wichtig schien! Danke an alle! Sorry für Rückänderungen)--Alien8 11:13, 4. Mär 2005 (CET)



Idee-Vorspann

Die Diskussion um die Ausweitung des Patentschutzes auf "computerimplementierte Erfindungen", gemeinhin Softwarepatente, in der Rechtssprechung der Europäischen Gemeinschaft hat sich in den letzten Jahren erheblich zugespitzt: Auf der einen Seite stehen die Interessen von global agierenden Konzernen und ihren politischen Vertretern, die die Anpassung der europäischen Rechtslage an gängige Praxis in Japan und den USA fordern; auf der anderen Seite vereinen sich die Vertreter kleiner, mittelständiger und freier Softwareentwickler und Software-Nutzer, die die "grenzenlose Patentierbarkeit" von Software fürchten - aus gutem Grund:

- Bislang ist die Patentierung, insbesondere die "weltweite", eine Spielwiese für Großkonzerne und "global players"; kaum andere Teilnehmer der bewußten Branche haben schon aufgrund der hohen Kosten für die Patentanmeldung eine Chance, ihre Ideen weltweit schützen zu lassen - von teilweise einer drei- bis vierstelligen Anzahl von Patentanträgen pro Jahr, auf die Firmen wie Microsoft, IBM oder Siemens verweisen können, ganz zu schweigen.

- Weitreichende, in den USA und Japan kaum begrenzte Patentierbarkeit führt auch schon in Europa, und hier durch das EPA konträr zur bestehenden Rechtslage betrieben, zu einer Situation, in der Firmen potentiell alles patentieren, was irgendwie patentierbar aussieht. Ganz gleich, ob Fortschrittsbalken, elektronischer Papierkorb, Registerkarten in Bildschirmdialogen oder "Ein-Klick-Bestellung" - keine Idee ist zu trivial, kein Algorithmus zu einfach, keine Beschreibung zu weit gefaßt, um nicht doch ein Patent darauf erteilt zu bekommen.

Damit sind die Auswirkungen klar, denen die in Europa (im Gegensatz zur Großkonzern-Welt der USA und Japan) mittelständig geprägte IT-Branche und unzählige freier und selbstständiger Entwickler entgegenblicken: Grenzenlose Patentierbarkeit verkauft die europäische Branche an die Konzerne aus USA und Japan, schafft mit den bereits bestehenden Patenten ein Minenfeld, in welchem sich der Software-Entwickler in der gegenwärtigen Situation schon bei seiner Arbeit kaum noch bewegen kann, ohne -unbewußt und ungewollt- gegen bestehende Trivialpatente zu verstoßen, und bedingt damit quasi Berufsverbot für einen ganzen Berufsstand auf einem ganzen Kontinent. Weitergehend fördert dies natürlich die ohnehin schon bestehenden monopolistischen Strukturen der IT-Branche - wer kann sich schon ernsthaft gegen Konzerne behaupten, die im Zweifelsfall jeden wie auch immer gearteten Konkurrenten über Patentklagen in Grund und Boden klagen könnten.

In Europa wird diese Gefahr vielerorts erkannt; Parlamente (in Spanien, Deutschland und den Niederlanden sowie das Europäische Parlament selbst) in der ganzen Union sprechen sich mittlerweile fraktions- und parteiübergreifend gegen die derzeit bestehende Richtlinien-Vorlage aus, ebenso Vereinigungen von KMUs sowie Studien von Consulting-Firmen, Banken und Universitäten, die in Softwarepatenten eine wirtschaftsschädigende, Monopolismus fördernde und innovationshemmende Angelegenheit sehen.

Trotz dieser erdrückenden Umstände existieren nach wie vor Kräfte in Europa, diemit aller Macht das Votum der Parlamente übergehen, die gegenwärtige Patentierungsrichtlinie in gängiges Recht pressen wollen: Europäischer Rat und Europäische Kommission, getrieben von Lobbyisten großer Software-Konzerne, übergehen seit Monaten demokratische Instanzen der europäischen Legislative, ignorieren die Entscheidungen von Volksvertretern, treiben ein Papier als "Mehrheitsentscheidung" voran, welcher spätestens jetzt jede Mehrheit fehlt...

//Idee-Vorspann


[Neismark]: Ich stelle jetzt einfach mal meine Fassung gegenüber. Die ist nicht unbedingt besser, aber etwas kürzer. Es fehlt außerdem noch ein zündender Schluss

Marks Fassung

Zankapfel Softwarepatente

Die Auseinandersetzung um die Einführung von Softwarepatenten wird auf europäischer Ebene zunehmend heftiger geführt. Auf der einen Seite stehen weltweit arbeitende Konzerne, die oft bereits über eine nenneswerte Anzahl an Patenten verfügen. Ihnen gegenüber formiert sich ein buntes und stetig größer werdendes Heer von Globalisierungskritikern, Vertretern von Open-Source-Organisationen, freiberuflichen Softwareentwicklern, mittelständischen Unternehmen und nationalen und EU-Parlamentariern, die die grenzenlose Patentierbarkeit von Software fürchten - und das aus gutem Grund:

 Nur Großkonzerne haben die Mittel, Patente weltweit anzumelden und 
 auch durchzusetzen
 Grenzenlose Patentierbarkeit nützt den großen Konzernen, die 
 mehrheitlich aus den USA stammen, und untergräbt die europäische, 
 mittelständisch geprägte Softwareindustrie. 
 Ein kleines Unternehmen oder ein freiberuflicher Entwickler kann  
 einen Patentstreit gegen einen Konzern nicht führen, ohne das eigene 
 wirtschaftliche Überleben aufs Spiel zu setzen. 
 Entgegen der bestehenden Rechtslage wurden auch beim Europäischen 
 Patentamt in München bereits eine Vielzahl von Patenten auf Software
 erteilt, die oft erstaunlich triviale Ideen beinhalten: 
 Fortschrittsbalken, elektronischer Papierkorb, Registerkarten in  
 Bildschirmdialogen, "Ein-Klick-Bestellung", ... 
 Würden auch nur die bereits bestehenden Patente nachträglich 
 legalisiert, entstünde ein Minenfeld, in welchem sich der Software-
 Entwickler bei seiner Arbeit kaum noch bewegen könnte, ohne - unbewußt 
 und ungewollt - gegen bestehende Trivialpatente zu verstoßen.
 

In Europa werden diese Gefahren vielerorts erkannt; Parlamente (in Polen, Spanien, Deutschland und den Niederlanden sowie das Europäische Parlament selbst) in der ganzen Union sprechen sich mittlerweile fraktions- und parteiübergreifend gegen die derzeit diskutierte Richtlinien-Vorlage aus, ebenso Vereinigungen von KMUs sowie Studien von Consulting-Firmen, Banken und Universitäten, die in Softwarepatenten eine wirtschaftsschädigende, Monopolismus fördernde und innovationshemmende Angelegenheit sehen.


Das politische Gewicht und die professionelle Lobbyarbeit der Großkonzerne haben jedoch ihren Einfluss auf den Europäischen Rat und die Europäische Kommission nicht verfehlt. Das Votum der Parlamente soll ignoriert, demokratische Instanzen der europäischen Legislative sollen übergangen werden.

Machen Sie mit Ihrer Unterschrift deutlich: Ich bin für die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Softwareindustrie! Ich bin für die Verbreitung von Open-Source Software! Ich bin für Demokratie! //Marks Fassung



"Wenn manche Leute verstanden hätten, wie Patente erteilt werden
 würden, als die meisten der heutigen Ideen erfunden wurden, und
 wenn sie sich dann Patente geholt hätten, wäre unsere Branche
 heute im kompletten Stillstand."
                                               Bill Gates (1991)

Gefunden auf http://www.nosoftwarepatents.com/de/m/dangers/index.html


MdEP Schröder - Koordinaten


Europabüro Dresden: Rähnitzgasse 10, 01097 Dresden, Telefon: +49 (0)351 8 29 66 66, Telefax: +49 (0)351 8 29 66 67, E-Mail: info@schroeder-europa.de


Büro Brüssel: Europäisches Parlament, ASP 15 E 157 Rue Wiertz, B-1047 Brüssel, Telefon: +32 2 2 84 55 60, Telefax: +32 2 2 84 95 60, E-Mail: jschroeder@europarl.eu.int

Persönliche Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge