Reportage C3D2

Aus C3D2
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Das hier ist eine Reportage über den c3d2, die ich mit einem Freund im Rahmen eines Zeitungsprojekts (= wir bekommen die DNN drei Monate umsonst und sollen draus lernen) für den Deutschunterricht schreiben sollte. Die DNN will ganz besonders genial-gute Artikel abdrucken, daher muss er auch für Senioren verständlich sein...


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Der Chaos Computer Club Dresden

Von Hannes Seibt und Leon Weber

„Ich suche einfach nur ein verschlüsseltes Netzwerkdateisystem, was total simples, mir reicht public key, oder meinetwegen auch shared key, Hauptsache irgendwas“, fragt der Mann im schwarzen Kapuzenpullover, der sich toidinamai nennt, in die Runde. Wir befinden uns in den Räumlichkeiten des Chaos Computer Clubs Dresden, kurz C3D2, dem Dresdner Ableger des größeren Chaos Computer Clubs (CCC). Hier treffen sich wöchentlich oder öfter Hacker aus Dresden und Umgebung.

„Hacker“ sind dabei nicht wie im Volksmund oft irrtümlich angenommen Kriminelle, die in fremde Computersysteme eindringen und Daten stehlen. Der Begriff bezeichnet vielmehr Personen, deren Hobby es ist, Software zu programmieren oder an Computern selbst herumzubasteln. Eben solche Leute waren es, die vor über 30 Jahren das Internet aufbauten und damit die Grundlage für viele Dinge schufen, die uns heute als selbstverständlich erscheinen. Dementsprechend unverständlich mögen Sätze wie von toidinamai, einem Dresdner Clubmitglied, erscheinen. Als wir den Clubraum betreten, hat sich bereits eine handvoll Leute auf die Sofas verteilt, eine weitere wird im Laufe des Abends dazukommen. Einer hat die Döner mitgebracht, die sich die Anderen bei ihm bestellt haben.

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Das Logo des C3D2: die Zeichen stehen für „CCCDD“, die Abkürzung für „Chaos Computer Club Dresden“

Natürlich steht auf jedem Schoß ein Notebook, die Finger fliegen flink über die Tasten. Zwei der Anwesenden erklären sich gegenseitig Software, die ihnen einige Arbeit beim Entwickeln eines Programms abnimmt, und diskutieren, welche der vielen existierenden Lösungen für ihre Zwecke besser geeignet ist.

Auf die Frage nach den Zielen des C3D2 bekommen wir nur ironisch die Weltherrschaft zu hören. Also informieren wir uns im Internet und finden heraus, dass der C3D2 „eine Gruppe von Leuten, die Spaß am kreativen Umgang mit Informationstechnologie haben“ ist. „Es gibt so zwei Typen von Techniknutzern. Die einen nutzen ein Gerät genau für den Zweck, für den dieses gebaut wurde.“, beschreibt toidinamai die Tätigkeit der Clubmitglieder, „Die anderen versuchen es zu verstehen, zu erweitern, nehmen es auseinander, nutzen es zweckentfremdet. Wir machen das letzere so mit fast allem, was Nullen und Einsen verarbeitet.“ Außerdem setzen sie sich für Informationsfreiheit und ein Menschenrecht auf Kommunikation ein, und da Technik großen Einfluss auf die Gesellschaft hat, versuchen sie, „diese auf technischem als auch sozialem Gebiet“ zu erforschen, wobei ihnen die Achtung der Grundrechte besonders wichtig ist, insbesondere des Datenschutzes.

Aus diesem Grund lädt der C3D2 alljährlich Anfang Mai „alle selbst denkenden Wesen“ zu den Datenspuren in das Kulturzentrum Scheune in der Dresdner Neustadt ein. Dieses Symposium trägt den Untertitel „Privatssphäre war gestern“ und möchte Besuchern einen Eindruck des Gläsernen Bürgers vermitteln, der Dank zahlreicher Gesetze und Gesetzesvorhaben, wie der Vorratsdatenspeicherung, dem Speichern biometrischer Merkmale in Pässen und Ausweisen oder der immer häufiger eingesetzten Videoüberwachung im öffentlichen Raum, immer mehr Realität wird.

Wenn die Clubmitglieder nicht gerade auf dem allwöchentlichen Treffen zu finden sind und gemeinsam programmieren, Erfahrungen austauschen, oder über Neuigkeiten aus der Software-Welt diskutieren, kommunizieren sie untereinander über das Internet. Dafür hat der Club ein eigenes verschlüsseltes Chatnetzwerk, außerdem ein sogenanntes Wiki, d.h. eine Webseite, auf der jedermann Inhalte einstellen und bearbeiten kann, sowie eine Art Verteileradresse für E-Mails. So können sich die Mitglieder einfach untereinander austauschen, ohne sich dafür ständig zu treffen.

Fragt man nach, so ist die berufliche Tätigkeit der Anwesenden im Club natürlich, die Welt zu beherrschen. Mit etwas Nachhaken bekommt man heraus, dass die meisten Clubmitglieder zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, einige auch älter oder jünger. Toidinamai: „Neben Schülern, vielen Studenten oder Azubis trifft man auch Leute, die schon etwas länger auf diesem Planeten atmen. Was allen gemein ist, dass sie vor einer Tastatur einfach sitzen bleiben und auch ohne Maus Computer bedienen können.“

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